Angst

Was ist eine Angsterkrankung?

Angst ist eine Emotion, die auftritt, wenn unser körperliches und soziales Wohlbefinden oder unser Selbstwert bedroht sind. Die Emotion löst unmittelbare körperliche und psychische Reaktionen aus, die in der Menschheitsgeschichte bei der Bewältigung von Gefahrensituationen hilfreich waren. Dabei treten häufig die folgenden körperlichen Veränderungen auf:

  • Erröten
  • Erhöhter Blutdruck und schnellerer Herzschlag
  • Flachere und schnellere Atmung
  • Angespannte Muskeln, Engegefühl in der Brust
  • Schwitzen, Zittern und Schwindelgefühl
  • Magen und Darmbeschwerden, flaues Gefühl, Übelkeit, Erbrechen
  • Unruhe, Bewegungsdrang, Erstarren

Auch auf der psychischen Ebene werden Symptome von Angst erlebt:

  • Gedankenrasen, verunsichernde Gedanken, Springen von einer Sorge zur anderen
  • Starrheit des Denkens
  • Unfähigkeit sich zu konzentrieren, Leistungsabfall
  • Die Umwelt oder die eigene Person erscheint unwirklich
  • Drang, die Situation zu verlassen
  • Konzentration auf Bedrohliches in der Umgebung

 

Welche unterschiedlichen Angsterkrankungen gibt es?

Angst ist ein Gefühl, das jeder Mensch erlebt und das wichtig ist, um Gefahren und Probleme zu erkennen und zu bewältigen. Aus verschiedenen Gründen kann jedoch ein Übermaß an Angst im Alltag ausgelöst werden, so dass die Emotion ihre hilfreiche Funktion verliert und für die Betroffenen zunehmend zur Belastung wird, die das Leben massiv einschränken kann. Dabei können verschiedene typische Formen von Ängsten unterschieden werden:

Spezifische Phobien: Das sind Ängste, die auf bestimmte Objekte oder Tätigkeiten bezogen sind, z. B. Spinnen, Hunde, Blut, Spritzen, Autofahren, Fliegen, Keime, Höhen, Zahnbehandlungen, Krankheit, Dunkelheit, Gewässer, enge Räume etc. Dabei sind der Bandbreite an möglichen angstauslösenden Objekten keine Grenzen gesetzt, hier sind lediglich die häufigeren aufgezählt. Ihnen allen ist gemein, dass sie bei den Betroffenen ein starkes Angsterleben auslösen, dass zumeist erst nachlässt, wenn die Situation verlassen wird.

Agoraphobie: Eine andere Form des Angsterlebens kann durch Orte ausgelöst werden, an denen Betroffene befürchten, dass sie nicht schnell genug flüchten können, Hilfe nicht schnell genug verfügbar wäre oder sie in peinliche Situationen geraten könnten. (Z. B. Kaufhaus, Restaurant, Menschenansammlungen, Autos, öffentliche Verkehrsmittel, Tunnel, Verlassen des Haushaltes usw.) Solche Situationen treten häufig gemeinsam mit Panikanfällen auf, bei denen sich körperliche und emotionale Prozesse bis zur Todesangst steigern können.

Panikstörung: Derartige Panikanfälle können auch ohne einen eindeutigen Auslöser auftreten und führen dann nachvollziehbarerweise häufig zu der Überzeugung, dass eine körperliche Erkrankung bestehen würde. In Folge kann es für die Betroffenen frustrierend sein, wenn diese sehr körperlich und bedrohlich erlebten Vorgänge bei der ärztlichen Untersuchung nicht nachvollzogen werden können oder als „psychisch bedingt“ abgetan werden.

Soziale Ängste: Manche Menschen erleben Angstsymptome, wenn sie im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit anderer Menschen stehen. So kann es Angst auslösen, Prüfungen zu besuchen, andere Menschen anzusprechen oder Smalltalk zu betreiben, vor anderen Menschen zu sprechen, die eigenen Rechte durchzusetzen, Fehler zu machen oder kritisiert zu werden. Dabei ist es den meisten Betroffenen auch wichtig, dass andere Menschen nicht mitbekommen, dass ihnen die Situation schwerfällt.

Zwangsstörungen: Die Betroffenen erleben häufig beunruhigende Gedanken, Ängste oder Handlungsimpulse. Sie machen dann manchmal die Erfahrung, dass das Durchführen bestimmter Handlungen ihre Ängste mindern kann. Dabei besteht die Gefahr, dass sich diese Handlungen mit der Zeit verselbstständigen und immer mehr Zeit und Einsatz beanspruchen. Auch können sich bedrohliche Gedanken immer wieder unangenehm stark aufdrängen, die durch andere Gedanken oder Handlungen beruhigt werden müssen. Manche Betroffenen erleben einen ausgeprägten Drang, bestimmte aggressive oder obszöne Dinge zu tun, die nicht ihrer Persönlichkeit entsprechen und sie daher zutiefst beunruhigen.

Generalisierte Angststörung: Diese Störung kann vorliegen, wenn das Leben einer Person vermehrt von einem unaufhörlichen Strom aus Sorgen durchdrungen ist. Diese ständige Belastung führt zu einem Übermaß an Anspannung und Einschränkungen des täglichen Lebens.

 

Wie können Angsterkrankungen behandelt werden?

Zur Behandlung von Angststörungen stehen viele bewährte Methoden zur Verfügung, die in den meisten Fällen schnell und zuverlässig zu einer deutlichen Verbesserung führen. Am Anfang einer jeden Behandlung steht eine fundierte Diagnostik, mittels derer allgemein das Vorliegen einer Angststörung festgestellt wird und weiters auf Ihre persönlichen Besonderheiten und Bedürfnisse eingegangen wird. Davon ausgehend wird gemeinsam ein Behandlungsplan erarbeitet, der folgende Bestandteile beinhalten kann:

Wissensvermittlung. Was ist Angst, wozu ist sie gut, welche körperlichen, emotionalen und psychischen Veränderungen umfasst sie? Die wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Angststörungen werden Ihnen so vermittelt, dass Sie auch Ihre eigenen Schwierigkeiten besser verstehen, sich sicherer fühlen und neue Möglichkeiten erkennen können, die Belastung zu reduzieren.

Exposition: Je nach Ihrem Wunsch kann stufenweise oder massiert eine Auseinandersetzung mit dem angstauslösenden Reiz stattfinden, bis die Angst durch körpereigene Lernvorgänge dauerhaft nachlässt und so ein Stück Lebensqualität zurückgewonnen wird.

Haltung und Einstellungen: Manchmal stehen die erlebten Ängste im Zusammenhang mit Haltungen und Einstellungen, die einem selber nicht bewusst sein müssen aber das eigene Leben behindern können. Gemeinsam können Haltungen und Einstellungen erarbeitet werden, welche den eigenen Wünschen und Bedürfnissen besser entsprechen.

Training sozialer Kompetenzen. Wenn die Ängste im sozialen Bereich bestehen, kann bereits das Vermitteln und Üben von effizienten Methoden für wichtige Bereiche wie das Durchsetzen von Rechten, Gespräche in Beziehungen oder Kontaktaufnahme Sicherheit fördern und Ängste reduzieren.

Genuss und Entspannung. Positive Gefühle passen schlecht zu Angst, daher kann es eine gute Ergänzung der Behandlung sein, das Leben mit angenehmen Erfahrungen anzureichen.

Dies und mehr sind die Hilfestellungen, die ich Ihnen im Falle einer Angststörung anbieten kann. Sollten Sie an einem unverbindlichen Erstgespräch interessiert sein, können Sie mich hier kontaktieren.