Sucht

Die häufigsten für Suchterkrankungen verantwortlichen Substanzen sind in Österreich:

  • Alkohol
  • Nikotin
  • Medikamente, speziell Benzodiazepine, die unter verschiedenen Handelsnamen gegen Unruhe- und Angstzustände sowie Schlafstörungen verschrieben werden.
  • Illegale Drogen wie Cannabis, Heroin, Kokain, Amphetamine und Substitutionsmittel

 

Was ist eine Suchterkrankung?

Für die meisten Betroffenen stellt es einen lange und harte Auseinandersetzung mit sich selbst und ihrer Umwelt dar, bis sie zu dem Schluss kommen, dass sie von einer Substanz abhängig sind. Begleitet wird dieser Erkenntnisprozess meist von zermürbenden Versuchen, vom Suchtverhalten loszukommen, die immer wieder scheitern und so am Selbstwert nagen. Doch was macht eine Abhängigkeit überhaupt aus? Versuchen wir, das Thema konkreter werden zu lassen:

  • Am Anfang jeder Abhängigkeit steht die zunehmende Gewöhnung an eine die Stimmung beeinflussende Substanz. Das kann unmerklich im Alltag oder als gezielte Anwendung der Substanz vor sich gehen.
  • Da die Substanz regelmäßig in die normalen Stoffwechselvorgänge des Körpers und Gehirns eingreift, werden körperliche Anpassungsprozesse ausgelöst. Dadurch kommt es dazu, dass mit der Zeit mehr und mehr von der Substanz konsumiert werden muss, um die ursprüngliche Wirkung zu erzielen.
  • Da diese körperlichen Anpassungsprozesse beim Versuch vom Suchtverhalten loszukommen weiter bestehen bleiben, erleben wir Entzugssymptome. Diese können z. B. als Zittern, Übelkeit, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit oder Erschöpfung spürbar werden, sie werden jedenfalls immer von einem beinahe unüberwindbaren Drang begleitet, die Substanz wieder zu sich zu nehmen, um diesen unangenehmen Zustand zu beseitigen.
  • Die meisten Substanzen, die Abhängigkeit hervorrufen können, stellen hochwirksame Mittel dar, um unsere Stimmung zu verändern. Darum werden wir leicht auch auf eine weitere, subtilere Weise von ihnen abhängig: Indem wir zunehmend beginnen, Schwierigkeiten und Probleme unter Zuhilfenahme der Substanzen zu lösen, verlernen wir unsere eigenen Bewältigungsfähigkeiten und glauben mitunter gar nicht mehr daran, es alleine schaffen zu können.
  • Indem die Substanz immer weitere Bereiche unseres Lebens ergreift, beginnen wir unsere Rollen, Aufgaben und Bedürfnisse zu vernachlässigen. Einerseits erhalten wir immer mehr negative Rückmeldungen aus der Umwelt, andererseits erschöpft uns der Substanzkonsum selbst häufig geistig und körperlich. So beginnen wir uns immer mehr von unseren Lebenszielen zu entfernen.
  • Die Betroffenen versuchen zumeist die abhängig machende Substanz wieder wie früher kontrolliert oder gar nicht mehr zu konsumieren, machen jedoch immer wieder die frustrierende Erfahrung, dass sie in selbstschädigende Konsummuster zurückfallen. Solche Rückfälle sind keineswegs nur typisch für Abhängigkeitserkrankungen, vielmehr sind sie Teil eines jeden Versuches, menschliche Gewohnheiten zu verändern. Ob es jetzt die klassischen Silvestervorsätze sind, weniger gegessen oder mehr Sport betrieben werden soll, kaum einem Menschen gelingt es von einem Tag auf den anderen gut eingeübte Lebensweisen umzukrempeln.

 

Wie lassen sich Suchterkrankungen behandeln?

Am Anfang jeder Behandlung einer Suchterkrankung steht eine genaue diagnostische Abklärung. So können wir erheben, ob eine Suchterkrankung besteht und wie Sie eine solche überwinden und Ihre Lebensziele wieder verfolgen können. Eine derartige Behandlung wird individuell auf die Bedürfnisse des Betroffenen zugeschnitten. Damit sich sich darunter etwas vorstellen können, sind in Folge typische Bestandteile einer Behandlung aufgeführt:

Wissensvermittlung: Was ist eine Abhängigkeitserkrankung überhaupt, wie entstehen Rückfälle und wie kann ihnen vorgebeugt werden? Das gesammelte wissenschaftliche Wissen zu diesem Bereich soll zum Verständnis Ihrer persönlichen Situation angewendet werden, um diese besser verstehen zu können und Ihre Handlungsspielräume zu erweitern.

Kontrollierter Konsum: Sollten Sie eine Beendigung des Konsums der abhängigmachenden Substanz nicht wünschen oder für unrealistisch halten, so können wir an der Kontrolle des Suchtmittelkonsums arbeiten, um eine weitere Dosissteigerung und negative Folgen möglichst zu verhindern.

Begleitung des Entzuges: Wenn Sie einen Entzug zu Hause durchführen wollen, können wir diesen unter Hinzuziehung eines Arztes gemeinsam planen um Sie diesen wichtigen Schritt so sanft und sicher wie möglich bewältigen zu lassen.

Rückfallvorbeugung: Während die körperlichen Entzugserscheinungen erfahrungsgemäß innerhalb kurzer Zeit nachlassen, können eingeübte Verhaltensmuster noch Jahre nach einem Entzug zu einem Rückfall führen. Hier kann eine gründliche Vorbereitung Abhilfe schaffen, indem z. B. mögliche Auslöser identifiziert, die eigenen Warnsignale erkannt, Notfallpläne erarbeitet und die Ablehnung von Konsumangeboten geübt wird.

Problembewältigung: Wenn Substanzen dabei geholfen haben, mit bestimmten Problemen (z. B. Schlaf, Schüchternheit, Ängste, Ärger, Stress etc.) besser umgehen zu können, so besteht während der Abstinenz eine erhöhte Rückfallgefahr, wenn diese Probleme nicht anders gelöst werden können. Darum besteht ein wesentlicher Teil der Behandlung darin, solche Bereiche zu identifizieren und gemeinsam alternative Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Genuss und Entspannung: Die beste Rückfallprävention ist ein gutes Leben. Um ein Gegengewicht zur oft anstrengenden Arbeit an der Abstinenz zu schaffen, widmen wir uns auch den freudvollen Seiten des Lebens: Wie können wir Spaß, Leichtigkeit und Spontaneität im Leben vermehren und glücklicher werden?

Dies und mehr sind die Hilfestellungen, die ich Ihnen im Falle einer Abhängigkeitserkrankung anbieten kann. Sollten Sie an einem unverbindlichen Erstgespräch interessiert sein, können Sie mich hier kontaktieren.